War Gletschermann Ötzi ein Sarde? Die Geschichte einer irren Odyssee

Olbia, 25. Mai 2022. 558 Passagiere, die von Olbia nach Genua unterwegs waren, haben eine Nacht des Schreckens mitten auf dem Meer verbracht. Manövrierunfähig mit ausgefallenem Motor, ohne Strom und Licht, berichten Passagiere, hätten sie im Dunkeln mehrere Stunden auf einer Moby-Fähre mitten auf offener See verbringen. Erst im vergangenen September hatte es einen Zwischenfall mit der „Drea“ gegeben. Derweil versucht die Reederei ziemlich frech, den Vorfall kleinzureden.

Motor und Lichter aus, Lautsprecher stumm, Klimaanlage in Höllenhitze tot

Die Moby-Fähre „Drea“ hatte am Samstagabend um 21.15 Uhr den Hafen von Olbia Richtung Genua verlassen, wo das Schiff um 7 Uhr des nächsten Tages ankommen sollte.

Viereinhalb Stunden später – um 1 Uhr am Sonntagmorgen – befand sich die Fähre auf der Höhe von Aleria auf offenem Meer weit vor der östlichen Küste von Korsika, berichtet die Zeitung „La Nuova Sardegna“. An Bord: 558 Passagiere – der größte Teil davon Touristen – und einige hundert Fahrzeuge. Nach Angaben von Passagieren seinen plötzlich die Schiffsmotoren und alle Lautsprecher verstummt, alle Lichter an Bord auch in den Kabinen seien erloschen, die Klimaanlage fiel aus.

Moby-Passagiere verängstigt mit Handys in stockdunklen Gängen bei Mordshitze

Viele Passagiere hätten die Kabinen daraufhin verlassen und sich mit ihren Handy-Displays den Weg durch die vollkommen dunklen Gänge im Innern des Schiffs gebahnt – auf der Suche nach einem Ausgang. Dies hätten die Passagiere der sardischen Tageszeitung mit Sitz in Nuoro berichtet. Die beliebte Fährverbindung war erst vor einer Woche wieder eröffnet worden.

Was die Passagiere besonders beunruhigt habe, sei, dass es von Seiten der Besatzung überhaupt keine Erklärungen gegeben habe. „Ich weiß nicht, ob sie dachten, dass alle schlafen würden oder ob auch die Kommunikationsanlage des Schiffes ausgefallen war“, wird eine sardische Passagierin zitiert. „Wie meine Kabinennachbarn habe ich sofort begriffen, dass irgendetwas passiert war. Man kann sich vorstellten, was einem da durch den Kopf schießt in einem solchen Moment, eingesperrt im Dunkeln mitten auf dem Meer“, so die Augenzeugin.

Erschwerend sei hinzugekommen, dass ausgerechnet an dem Wochenende auf Sardinen extreme Hitze mit bis zu 35 Grad herrschte – so viel wie noch nie Beginn der Wetteraufzeichnungen in Italien an einem Maitag gemessen worden war. „Den Leuten ging es schlecht: im Dunkeln mit einer unerträglichen Hitze. Auch die Wasserhähne funktionierten nicht mehr, man konnte sich nicht mal erfrischen.“ Die Fähre sei „voll von Touristen gewesen“, berichtet die sardische Passagierin.

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